Therapie der Refluxösophagitis

Therapie der Refluxösophagitis

Allgemeine Maßnahmen (als alleinige Maßnahme nicht effizient)

  • Hochstellen des Kopfendes des Bettes

  • Vermeidung fetter und säurelockender Speisen (Schokolade, Alkohol, Cola, Rotwein, Zitrusfrüchte, Tomatenprodukte)

  • Gewichtsreduktion

  • Vermeiden größerer Mahlzeiten in den Abendstunden

  • Steigerung des Speichelflusses nach den Mahlzeiten (Kaugummi etc.)


Medikamentöse Therapie

Antazida helfen schnell, jedoch nicht anhaltend. Ebenso sind H2-Blocker im Effekt nicht ausreichend und werden nicht empfohlen (Abheilungsrate von entzündlichen Veränderungen maximal 50%). In seltenen Fällen sind sie als zusätzliche abendliche Gabe zum Protonenpumpenblocker erforderlich. Prokinetika sind den H2-Blockern noch unterlegen.

Das Ziel der medikamentösen Behandlung ist das Erreichen langanhaltender Symptomfreiheit und das Abheilen der Läsionen. Die Therapie erfolgt in der Regel mit einem Protonenpumpenhemmer. Empfehlenswert ist das sogenannte „Step-down“-Prinzip, d. h. die Therapie wird in hoher Dosierung (Standarddosis) begonnen und dann über z. B. 4 – 8 Wochen ausgeschlichen. Eine Ausnahme stellen Patienten dar, bei denen sich im Rahmen der Endoskopie eine sehr ausgeprägte Refluxösophagitis (Grad III oder IV nach Savary Miller bzw. Los-Angeles-Klassifikation C oder D) fand. Sie müssen in aller Regel langfristig behandelt werden, der Versuch einer Reduktion der Dosis des Protonenpumpenblockers ist aber auch hier gerechtfertigt.

Therapie bei Rezidiv der Refluxösophagitis

Tritt die Symptomatik nach erfolgter Therapie erneut auf, ist ein weiterer „Step-down“-Zyklus erforderlich. Kommt es danach erneut zum Rezidiv, muß eine Dauerbehandlung in gleichbleibender Dosis (der Dosierung, die zuletzt noch wirksam war) erfolgen. In leichten Fällen ist eine Bedarfsmedikation jeweils bei Beschwerden („on demand“) auf Dauer ausreichend. In anderen Fällen muß täglich die halbe Standarddosis eingenommen werden, bei manchen Patienten sogar noch mehr.

Operative und endoskopisch-interventionelle Therapie

Führt die medikamentöse Therapie auch in mehrfacher Standarddosis nicht zum Erfolg (pH-Metrie erforderlich, siehe unten), oder leiden die Patienten in erster Linie unter dem Rückfluß großer Mengen von Flüssigkeit und Speiseresten aus dem Magen, ist eine Operation (laparoskopische Fundoplicatio) indiziert

Alternativ hierzu werden derzeit endoskopische Therapieverfahren evaluiert, die Erkrankung günstig beeinflussen sollen (z. B. Stretta, Engerix, Endocinch, Plicator). Sie zielen darauf ab, den Rückfluß von Magensäure in die Speiseröhre durch mechanische Veränderungen am Übergang Speiseröhre/Magen zu verhindern, ähnlich wie die Operation. Hier ist die Bewertung noch nicht abgeschlossen, die Verfahren sind teilweise noch nicht zugelassen. Ihre Anwendung sollte derzeit nur im Rahmen von Studien erfolgen.



Kontrolluntersuchungen

endoskopische Kontrolle

  • Gelegentlich sinnvoll im Stadium III oder IV nach Savary Miller bzw. Los-Angeles-Klassifikation C oder D nach 8 wöchiger Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer

  • bei Verstärkung der Beschwerden

  • bei histologischem Nachweis einer spezialisierten intestinalen Metaplasie (Barrett-Ösophagus):

  • ohne Dysplasie nach 4 Jahren

  • bei "low grade" Dysplasie nach 6 - 12 Monaten

  • bei "high grade" Dysplasie (Indikation zur Therapie, wenn durch erfahrenen Zweitpathologen bestätigt)

  • der asymptomatische Barrett-Ösophagus erfordert zwar Kontrollen, jedoch keine medikamentöse Therapie.


24 Stunden pH Metrie

  • bei mangelndem Erfolg einer Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer in ausreichender Dosierung